Der Domainname repräsentiert nicht nur die Website nach außen, sondern stellt in den meisten Fällen auch den Unternehmens- oder Markennamen dar. Darüber leistet er einen sehr wichtigen Beitrag für das Ranking der Internetpräsenz.[1] „Der wichtigste Punkt im Hinblick auf Domainnamen bei der Suchmaschinenoptimierung lautet: Kommt das Haupt-Keyword darin vor?“[2] Internetseiten, die das Keyword, nach dem der User sucht, in der URL aufweisen, haben üblicherweise eine höhere Gewichtung in den Suchergebnissen als solche, bei denen das Keyword nicht direkt in der URL vorkommt.[3]

Bezüglich der Länge des Domainnamens gilt, dass kürzere Namen oftmals nicht nur einprägsamer gegenüber längeren Namen sind, sondern auch von den Suchmaschinen leicht bevorteilt werden. Grundsätzlich vermieden werden sollten daher Namen, die mehr als 25 Zeichen aufweisen.[4] Erlhofer weist darauf hin, dass man bei Domainnamen eher mit Bindestrichen arbeiten sollte, als einzelne Worte im Namen zusammen zu schreiben. Begründet ist dies dadurch, da Suchmaschinen einzelne Wörter indexieren und diese dann bei entsprechenden Suchanfragen höher gewichtet werden. Es wird vermutet, dass die meisten Suchmaschinen Begriffe höher bewerten, wenn diese alleine stehen, als wenn sie in einer Wortkette auftauchen.[5] Fischer teilt die Meinung Erlhofers, rät darüber hinaus aber dazu, bei der Registrierung von neuen Domains möglichst mit nur einem Bindestrich zu arbeiten, da Suchmaschinen das Vorkommen zu vieler solcher Worttrenner negativ bewerten könnten.[6] Auch Broschart ist dieser Ansicht und empfiehlt zudem auf die Verwendung von mehr als 2 Suchbegriffen im Domainnamen zu verzichten.[7] Des Weiteren ist auch von der Verwendung mehrerer Domainnamen für ein identisches Internetangebot abzuraten, da in einem solchen Fall der Duplicate-Content-Filter der Suchmaschinen aktiv werden könnte.[8]

Zudem stellt sich die Frage nach der Wahl der Top-Level Domain. Hier empfiehlt es sich grundsätzlich eine TLD, die mit dem Einzugsbiet in Verbindung steht, zu wählen, da die meisten Suchmaschinen automatisch eine Eingrenzung der Suchergebnisse nach Ländern und Sprachen vornehmen (für Deutschland wäre die erste Wahl demnach eine .de-Domain). Alles was nicht der Landes-TLD entspricht, wird oftmals bei einer Suchanfrage einfach herausgefiltert.[9] Von kostenlosen TLDs wie z.B. .de.vu, ist dringend abzuraten, da diese in der Vergangenheit oft von Spammern benutzt wurden und deshalb heute einen eher schlechten Stand bei den Suchmaschinen haben.[10]

Wenn es darum geht, inhaltlich voneinander abweichende Themen auf einer Internetseite abzugrenzen, oder wenn die Website in mehreren Sprachen angeboten wird, empfiehlt sich die Einrichtung von so genannten Subdomains.[11] Eine solche Subdomain könnte z.B. lauten: www.ger.meineseite.de. Broschart rät dazu, bei der Verwendung von Subdomains sehr sparsam zu sein, da somit möglicherweise auftretende Indexierungsprobleme vermieden werden können.[12]

Subdomains wurden früher häufig und werden auch heute noch oft zur Platzierung von Keywords verwendet. „Ein Keyword in einer Subdomain ist zwar gut, aber nur, wenn es dort auch Sinn ergibt und zum Seiteninhalt passt.“[13] Außerdem sind Subdomains zwar mit der Hauptdomain verwandt, aber aus der Sicht externer Verlinkungen funktionell eigenständig und profitieren nicht von den Backlinks, die auf die Hauptdomain gerichtet sind. Um für die Subdomain ein gutes Ranking bei den Suchmaschinen zu erreichen, muss ein entsprechendes „extra“ Linkbuilding betrieben werden.[14]

Da die meisten Unternehmen ausschließlich Firmen- oder Markennamen (oftmals aus Gründen des Brandings) für ihre Domains nutzen, können relevante Keywords an dieser Stelle häufig nicht berücksichtigt werden. Besonders in einem solchen Fall, aber auch in jedem anderen, sollte auf Keyword-Platzierungen in den Verzeichnis- und Dateinamen zurückgegriffen werden.[15] Die Länge des Pfades, inklusive der Domain, sollte laut Broschart im Idealfall nicht mehr als 50, auf keinen Fall aber mehr als 100 Zeichen betragen.[16] Von Dateinamen wie „main.html“, „einstieg.html“ oder „produkte.html“ ist ebenfalls abzuraten. Hier sollte im Sinne der Suchmaschinenoptimierung eher mit den relevanten, auf den Seiten vertretenen Keywords gearbeitet werden.[17]

Folgendes Beispiel in Anlehnung an Greifeneder soll eine suchmaschinenfreundliche Verzeichnis- und Dateinamenstruktur verdeutlichen:[18]

  • Nicht optimaler Verzeichnis- und Dateiname: www.firmenname.de/sortiment/sortiment.htm
  • Optimaler Verzeichnis- und Dateiname: www.firmenname.de/digtalkameras/spiegelreflex-digitalkameras.htm

Diese Methode sollte allerdings nicht übertrieben werden, denn genau wie bei den Domainnamen gilt auch für die Verzeichnisse und Dateinamen, dass diese möglichst kurz seien, zum Seiteninhalt passen und ein Keyword enthalten sollten. Die Verzeichnistiefe muss dabei möglichst flach gehalten werden,[19] da einige Suchmaschinen nur Seiten bis zu einer bestimmten Verzeichnisebene indexieren.[20] „Je weniger Ordner, das heißt, je weniger Verzeichnistiefe, desto besser können die Seiten von den Suchmaschinen-Robots erfasst werden.“[21] Tabelle 1 soll dies noch einmal veranschaulichen:

URL Verzeichnisebene
www.segeln.de/index.html             0 (Root-Ebene)
www.segeln.de/boote/index.html             1
www.segeln.de/boote/typen/index.html             2
www.segeln.de/boote/typen/bilder/index.html             3

Tab. 1: Beispiel für unterschiedliche Verzeichnistiefen in Anlehnung an: Erlhofer, 2008, S. 281

Auch Winkler weist darauf hin, dass alle von der Startseite ausgehenden Unterseiten verlinkt werden sollten, bzw. von dort aus mit maximal 5 Klicks erreicht werden müssen. Bei einer zu tiefen Verlinkung, nimmt die Relevanz des verlinkten Dokuments, spätestens ab dem 3. Klick teilweise drastisch ab.[22]

Bezüglich der Dokumentenanzahl, die unter einer einzelnen Domain abrufbar ist , kann festgehalten werden, dass Seiten im Millionenbereich, wie es bspw. bei Nachrichtenseiten der Fall ist, unbedingt langsam und organisch wachsend aufgebaut werden sollten, um bei den Suchmaschinen nicht den Verdacht der Manipulation zu erwecken.[23] Broschart weist darauf hin, dass eine Internetpräsenz eine Mindestzahl von 60 bis 100 Einzeldokumenten vorweisen können sollte.[24]

Einen indirekten Einfluss auf das Ranking hat das Alter einer Domain. Grundsätzlich gilt, dass eine Domain in den Augen der Suchmaschinen umso relevanter erscheint, je länger diese bereits registriert ist. Dieser Vorteil kann laut Broschart aber nur dann positiv sein, wenn die Domain über ihren Lebenszeitraum hinweg thematisch nicht umgestellt wurde.[25]

Quellen: [1] Vgl.: Winkler, 2008, S. 235; [2] Winkler, 2008, S. 236; [3] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 46; [4] Vgl.: Winkler, 2008, S. 236; [5] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 277f; [6] Vgl.: Fischer, 2009, S. 365; [7] Vgl.: Broschart, 2010, S. 266; [8] Vgl.: Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 216f; Greifeneder, 2006, S. 73f; [9] Vgl.: Winkler, 2008, S. 236f; [10] Vgl.: Winkler, 2008, S. 237; [11] Vgl.: Winkler, 2008, S. 237; Broschart, 2010, S. 268ff; [12] Vgl.: Broschart, 2010, S. 268ff; [13] Winkler, 2008, S. 237; [14] Vgl.: Broschart, 2010, S. 268ff, Fischer, 2009, S. 321ff; [15] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 73; [16] Vgl.: Broschart, 2010, S. 261; [17] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 279ff; [18] Greifeneder, 2006, S. 75; [19] Vgl.: Winkler, 2008, S. 237f; [20] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 281; [21] Alby/Karzauninkat, 2007, S. 74; [22] Vgl.: Winkler, 2008, S. 232; [23] Vgl.: Broschart, 2010, S. 237f; [24] Vgl.: Broschart, 2010, S. 238; [25] Vgl.: Broschart, 2010, S. 270

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.