Der wichtigste Bestandteil einer Website ist der auf ihr vorhandene Text. Dieser enthält i.d.R. die Informationen, nach denen die Benutzer von Suchmaschinen suchen. Da Suchmaschinen sich über diesen Sachverhalt im Klaren sind, ist der Text gleichzeitig der Faktor, auf den bei der Auswertung und Relevanz-Berechnung eines Dokuments im Internet das Hauptaugenmerk gerichtet ist.

Bei der Gestaltung von Texten rät Winkler dazu, sich möglichst auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren, denn „nichts ist schlechter als eine Seite die versucht, alle Themen abzudecken und dabei jeden Bereich nur halbherzig angeht. […] Vor allem sieht man eines: Die Seiten stehen nicht auf den vorderen Plätzen der Suchmaschinen. Der Grund ist offensichtlich: Wer sich auf zu viele Themen konzentriert, verliert die Relevanz beim Einzelthema und büßt damit Plätze ein.“[1]

Da Suchmaschinen mittlerweile recht gut erkennen können, ob es sich bei einem Text um eine Kopie von einer anderen Website oder um einen selbst verfassten Inhalt handelt, sollte besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, eigenen Content zu verwenden. Dieser sollte nach Möglichkeit noch nirgendwo anders im Internet publiziert worden sein.[2] „Bis zur Einführung entsprechender Algorithmen, die doppelte Inhalte verboten, war es z.B. einfach möglich, eine Kopie von Wikipedia-Artikeln auf der eigenen Seite zu platzieren, um die Seite mit hochwertigem Inhalt zu füllen und so in den Suchmaschinen aufzusteigen. Mittlerweile ist das Gegenteil der Fall.“[3]

Der Hintergrund für dieses Vorgehen ist, dass die einmalige Listung eines bestimmten Textes, der auf mehreren Websites auftaucht, in den Suchergebnissen ausreicht, um die Anfrage des Suchenden zu bedienen. Würde dieser Text mehrfach aufgelistet werden, würde dies dem Suchenden keinen Mehrwert bieten.

Bezüglich der Seitenlänge gilt laut Winkler die Formel: „je mehr, desto besser.“[4] Zu beachten ist hierbei, dass die Gewichtung der einzelnen Keywords abnimmt, je länger der Text wird. „Prinzipiell gut sind Seiten mit zwei bis fünf Bildschirmseiten Inhalt. […] Seiten, die weniger Text enthalten, werden in der Regel schlechter gestellt; Seiten mit mehr als fünf Bildschirmseiten werden allerdings meist nicht mehr besser gestellt als Seiten mit vier oder fünf Bildschirmlängen.“[5] Längere Texte sollten in jedem Fall mit Absätzen und (Zwischen-) Überschriften strukturiert werden. Somit kann nicht nur eine optische Aufwertung für den menschlichen Besucher, sondern auch eine bessere Strukturierung für die Suchmaschinen erreicht werden.[6]

Zwar hat die Bedeutung von Hervorhebungen in Form von Textformatierungen wie Fettschrift, Kursivschrift und Unterstreichungen über die letzten Jahre abgenommen, doch sind sie für einige der älteren Suchmaschinen noch immer von Bedeutung. Laut Fischer haben diese Hervorhebungen tatsächlich einen messbaren Einfluss auf das Ranking.[7] Greifeneder weist darauf hin, dass die Keywords im Text mit den bereits aufgezählten Möglichkeiten formatieren werden sollten.[8]

Winkler rät allerdings davon ab, zu viele Hervorhebungen in einen Text einzubauen, da dadurch zum einen die Relevanz der einzelnen Suchbegriffe abnimmt und zum anderen ein übermäßiger Einsatz von Formatierungen von den Suchmaschinen als Spam klassifiziert werden könnte.[9]

Fischer und Erlhofer weisen zudem darauf hin, dass Begriffen, die in Aufzählungen erscheinen, eine höhere Bedeutung beigemessen wird als denen, die lediglich im Fließtext vorkommen.[10] Dabei sollten die einzelnen Punkte der Aufzählung die wichtigsten Keywords in „vernünftigem“ Maße enthalten.[11] Ähnliches gilt für Tabellen. Diese sollten so gestaltet sein, dass die wichtigen Keywords in der ersten Tabellenzeile vorkommen, da diese von den Spidern zuerst erfasst werden.[12]

Neben dem im Zusammenhang mit der Keyword-Lage/Position erwähnten Website-Titel, spielen auch die verwendeten Überschriften eine sehr wichtige Rolle bei der OnPage-Optimierung. Diese dienen der kurzen und prägnanten Zusammenfassung des Inhalts eines Textes und erlauben dadurch eine erste Einschätzung der Publikation als Ganzes. Dies haben auch Suchmaschinenbetreiber erkannt und messen den Überschriften und Zwischenüberschriften deshalb eine vergleichsweise hohe Bedeutung bei.[13] Auch Erlhofer weist gezielt darauf hin, dass Keywords in Überschriften höher bewertet werden als in einem Fließtext.[14]

Für Überschriften die innerhalb eines Textes verwendet werden, gibt es mehrere Überschrifts-Stufen, die von  <H1> bis <H6> gestaffelt sind.[15]  Ein sinnvoller Einsatz dieser Tags für die Gliederung eines Textes sieht nach Winkler wie folgt aus[16]:

  • <H1>-Seitenüberschrift
  • <H2>-Kapitelüberschrift
  • <H3>-Unterkapitel/Abschnitt
  • <H4>-Erläuterungen
  • <H5>-nicht verwendet
  • <H6>-nicht verwendet

Abschließend zum Thema Fließtext sei darauf hingewiesen, dass in jedem Fall auf „unsichtbaren Text“ verzichtet werden sollte. In der Vergangenheit haben meist Spammer diverse Keywords mit gleicher Hintergrundfarbe auf Internetseiten eingebunden, um Suchmaschinen somit zu suggerieren, die Seiten hätten etwas mit einem Thema zu tun, dass sie in Wirklichkeit gar nicht behandelten. Mittlerweile sind die Suchmaschinen in der Lage Textfarbe und Hintergrundfarbe zu erkennen und miteinander abzugleichen, so dass ein solcher Betrugsversuch mit hoher Wahrscheinlichkeit auffliegen würde.[17]

Quellen: [1] Winkler, 2008, S. 215; [2] Vgl.: Winkler, 2008, S. 15; [3] Winkler, 2008, S. 219;  [4] Winkler, 2008, S. 216; [5] Winkler, 2008, S. 216; [6] Vgl.: Fischer, 2009, S. 327; [7] Vgl.: Fischer, 2009, S. 320; [8] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 70; [9] Vgl.: Winkler, 2008, S. 228; [10] Vgl.: Fischer, 2009, S. 317; Erlhofer, 2008, S. 251; [11] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 252; [12] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 78f; [13] Vgl.: Winkler, 2008, S. 222; [14] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 225; [15] Vgl.: Fischer, 2009, S. 316; [16] Winkler, 2008, S. 223; [17] Vgl.: Fischer, 2009, S. 307f

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.