Good bye Germany - Aufbruch in ein neues Leben

Am 15.01.2016 begab ich mich auf die Reise nach Südamerika, um genau zu sein nach Paraguay, wo ich von nun an leben wollte. Dieser Entscheidung ging eine sich bereits im Jahr 2010 immer stärker abzeichnende Planung voraus, die nun umgesetzt werden sollte.

Aufgrund der sich bereits seit Jahren abzeichnenden politischen Fehlentwicklungen in Deutschland und Europa und der immer höher werdenden Steuerlast, fiel mir die Entscheidung mein Heimatland zu verlassen nicht allzu schwer.

Gemeinsam mit meinem Freund Nils, der schon mehrfach in Paraguay gewesen ist und bereits das paraguayische Visum besaß, flog ich in ein mir zu diesem Zeitpunkt vollkommen unbekanntes Land, welches sich auf einem Kontinent befand über den ich bisher nur das wusste, was ich in einigen Büchern, aus dem Internet und aus Erzählungen kannte.

Das Schicksal meinte es gut mit uns

Von Frankfurt ging es nach Sao Paulo (Brasilien) und von dort aus weiter nach Asuncion, der Hauptstadt Paraguays. Wir hatten das große Glück im Flugzeug von Brasilien nach Paraguay neben einer gleichaltrigen Paraguayerin zu sitzen, mit der wir schnell ins Gespräch kamen. Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus und trafen uns einen Tag später mit ihr in Asuncion. An diesem Tag bekamen wir eine exklusive Stadtführung + eine Einführung in die paraguayische Küche. Analia (zu sehen auf den Bildern 2 – 3) stellte uns ihre Familie und ihre Freunde vor, so dass wir sehr schnell Anschluss in unserer neuen „Heimat“ fanden.

Asuncion - am Fluss und auf dem Markt

Im Rahmen meiner Stadterkundung führte mich Analia zum Fluss Playa De Aregua, einem in Asuncion gelegenen Ausflugsziel vieler Einheimischer (Bilder oben) und auf den Markt, Mercado 4 (Bilder unten). Viele Paraguayer ziehen es vor, Großeinkäufe auf diesem Markt zu tätigen, da die Preise hier unter denen der Supermärkte liegen. Neben frischem Gemüse und Fleisch (letzteres sieht nicht immer frisch aus und riecht auch nicht so), kann man hier sämtliche Artikel des täglichen Bedarfs finden.

Colonia Independencia – 3 Monate am A… der Welt

Da Nils bereits mehrfach in Paraguay war und Kontakte zu deutschen Auswanderern in Colonia Independencia geknüpft hatte, haben wir uns dazu entschlossen einige Monate dort zu verbringen. CI befindet sich 200 KM von der Hauptstadt Asuncion entfernt, im Landesinneren. Die Infrastruktur (insbesondere das Internet und die Straßen), waren im Jahr 2016 weit hinter den aus Deutschland gewohnten Standards und sind es sicherlich auch noch Jahre später. Geteert ist nur die Hauptstraße, sämtliche Zufahrtsstraßen zu Grundstücken sind so genannte „Pistas“, die aus Lehm und Erde bestehen. Nach heftigen Regenschauern sind diese Straßen im schlechtesten Fall für mehrere Tage nicht befahrbar.

Das langsame Internet war unser größtes Problem, für das wir nach ca. 14 Tagen eine „Lösung“ fanden. Wir nutzten unsere Handys als Modem, da die Mobilfunkverbindung um das 10-fache schneller war, als die Internetleitung unserer Vermieterin. Abgerechnet wurde nach MB, was natürlich zur Folge hatte, dass man möglichst wenig Traffic verursachen wollte. Wir fühlten uns in die späten 90er Jahre zurück gebeamt, als es noch keine Internetflatrates gab und nach Minuten, bzw. nach MB abgerechnet wurde.

Auch in Colonia Independencia fanden wir schnell Anschluss und neue Freunde, die aber vom Altersdurchschnitt alle mindestens 50+ waren. Die Kommunikation mit den wenigen gleichaltrigen Einheimischen war uns aufgrund unserer damals noch schlechten Spanischkenntnisse leider auch nicht möglich, weshalb ich mich nach 4 Monaten Paraguay dazu entschloss erst mal wieder zurück nach Deutschland zu fliegen.

Das Projekt Auswandern nach Paraguay wurde fürs Erste auf Eis gelegt, aber ich war um viele Eindrücke, Freunde und um das paraguayische Visum reicher.