Nachdem im ersten Beitrag (OffPage-Optimierung Teil 1 – SEO mit Backlink Building) einige der wichtigsten OffPage-Rankingfaktoren besprochen wurden, soll in den folgenden Gliederungspunkten auf die bekanntesten White-Hat-Ansätze, die zur Generierung von Backlinks und Social Signals genutzt werden können, eingegangen werden. Da immer wieder neue Ansätze hinzukommen, wegfallen oder bestehende Methoden abgewandelt werden, erhebt auch diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll sie dazu dienen, „legale“ Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Link-Popularity der eigenen Website zu erhöhen.

Linkbait und KAKADU-Prinzip

Zwar werden der Linkbait-Ansatz und das KAKADU-Prinzip auf der eigenen Website umgesetzt und können somit auf der einen Seite zur OnPage-Optimierung gezählt werden, auf der anderen Seiten sind sie beide von ihrer Wirkungen her ganz klar auf das Generieren von externen Verlinkungen ausgelegt und somit auch der OffPage-Optimierung zuzuordnen.

Unter einem Linkbait verstehen Suchmaschinenoptimierer und Webseitenbetreiber das Bereitstellen von interessanten oder nützlichen Inhalten, auf die andere Websites oder Nutzer gerne verlinken. Es handelt sich dabei um eine Technik, die ähnlich dem Guerilla Marketing funktioniert. Allerdings ist das Ziel klar auf die Generierung von Backlinks ausgelegt und weniger darauf, Gesprächsthema zu werden.[1] Dabei gilt, dass „solange Sie sich an allgemeinen SEO-Verhaltensregeln halten, stößt diese Technik bei den Suchmaschinen auch nicht unangenehm auf.“[2] Bischopinck/Ceyp zählen 5 Ansätze auf, mit denen Linkbaits generiert werden können. Diese sind:[3]

Informational Hook

Umfasst die Bereitstellung von gut recherchierten Inhalten zu bestimmten Themen.

News Hook

Setzt darauf, dass bestimmte Neuigkeiten und Informationen, die auf der eigenen Website angeboten werden, von vielen weiteren Websites, die das gleiche Thema aufgreifen, als Quelle verlinkt werden.

Humor Hook

Menschen teilen und verlinken besonders gerne lustige Inhalte. Dessen bedient sich der Humor Hook. Zum Einsatz können dabei lustige Bilder, Videos, Witze oder Geschichten kommen.

Evil Hook

Der Evil Hook bedient sich kontroversen Themen oder versucht die Aufmerksamkeit durch negative PR auf die eigene Website zu lenken.

Tool Hook

Bei dieser Art des Linkbaits versucht der Websitebetreiber mittels eines selbst geschriebenen Programms oder eines Spiels Verlinkungen zu erzielen. Oft wird eine solche Software kostenlos angeboten in der Hoffnung, dass möglichst viele Websites auf das Angebot verlinken.

 Bischopinck/Ceyp weisen darauf hin, dass die Gefahr beim Einsatz von Linkbait-Strategien darin besteht, dass externe Websites nicht auf die Ursprungsseite verlinken, sondern den Content einfach kopieren und auf der eigenen Seite veröffentlichen könnten. Dem kann z.B. mit einer möglichst hohen Aktualisierungsrate des Linkbait-Contents entgegen gewirkt werden. Andere Websites werden dann laut Bischopinck/Ceyp aufgrund des hohen Update-Aufwands eher eine direkte Verlinkung vorziehen.[4]

Ein dem Linkbait ähnlicher Ansatz ist das KAKADU-Prinzip, bei dem jeder Buchstabe des Wortes für einen bestimmten Inhaltstyp steht. Da dieses Prinzip, dem zuvor beschriebenen Linkbait-Ansatz stark ähnelt, sollen die einzelnen Punkte des KAKADU-Ansatzes an dieser Stelle nicht im Detail erläutert werden.

Die einzelnen Bestandteile sind: Kostenlose Informationen, Aktuelles, Künstlerisches, Außergewöhnliches, Downloads und Unerlaubtes. Die Theorie besagt, dass wenn alle 6 Ansätze auf einer Website vereint werden, ein großes Interesse am Webangebot zu erwartet ist. Infolge des Besucheransturms ist auch mit einer Vielzahl von Verlinkungen zu rechnen.[5]

Eintragungen in Verzeichnisse und Kataloge

Eine der am schnellsten und auch am einfachsten umsetzbaren Möglichkeit zur Generierung von Backlinks ist die Eintragung der Website in Online-Verzeichnisse und Kataloge. Diese sind in den meisten Fällen kostenlos.[6]Außerdem resultieren aus Verzeichniseinträgen in der Regel qualitativ hochwertige Backlinks.[7]

Eine besondere Stellung bei den Verzeichnissen kommt der Website dmoz.org zu. Nach Klünder genießt ein Eintrag im Open Directory Project (DMOZ) in den Augen Googles besonders starkes Ansehen.[8] Außerdem partizipieren Websites, die von dmoz.org oder dmoz.de aus verlinkt werden, von deren hohem PageRank.[9] Auch Winkler bestätigt dies mit der Aussage: „Für quasi jede Website ist ein Eintrag im Verzeichnis dmoz.org wichtig – ein Link von hier gilt allgemein als eine grundsätzliche Voraussetzung, um bei Google für gefragte Keywords weiter oben gefunden zu werden.“[10]

Sonstige Verzeichnisse, in denen die eigene Website eingetragen werden sollte, sind Allesklar.de, MSN, web.de, Fireball, Lycos und Yahoo!.[11] Besonders das Verzeichnis von Yahoo!, bei dem eine Anmeldung heute nur noch über die amerikanische Homepage möglich ist, wird in SEO-Kreisen als ein sehr wertvoller Beitrag zur OffPage-Optimierung gehandelt. Der Grund dafür dürfte in der hohen Relevanz liegen, die nicht nur Yahoo! selbst, sondern auch andere Suchmaschinen einem Eintrag im Yahoo! Directory beimessen. Diese ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass ein Eintrag gebührenpflichtig ist. Websites mit jungendfreien Inhalten müssen 299 Dollar zahlen, Erotikseiten zahlen 599 Dollar pro Jahr.[12]

Eintragungen bei Social Bookmark Diensten

„Für den einzelnen Nutzer birgt ein solcher Dienst den Vorteil, dass er nicht mehr an die Bookmark-Sammlung seines lokalen Browsers gebunden ist und somit von überall Zugriff hat. […] Social Bookmarking ist gewissermaßen der Web 2.0-Nachfolger von Webkatalogen und eignet sich im Prinzip hervorragend zur Generierung von eingehenden Links.“[13] Diese Listen dienen dazu, die lokal auf dem Computer abgelegten Browser-Favoriten zu ersetzen und von jedem internetfähigen Endgerät abrufbar zu machen. Darüber hinaus können die gespeicherten Bookmarks von den Nutzern mit Schlagworten versehen werden, über die andere Nutzer die gespeicherten Favoriten dann finden können.

Das aus Suchmaschinenoptimierungs-Perspektive interessante an solchen Diensten ist, dass viele Suchmaschinen den Bestand von Social Bookmarking Websites indexieren und diese zu einem unbekannten Anteil mit in die Bewertung von Internetseiten einbeziehen. Broschart weist allerdings darauf hin, dass viele dieser Dienste ausgehende Links mittlerweile mit dem „NoFollow-Tag“ markieren, wodurch sie sich für ein effektives Linkbuilding natürlich nur noch bedingt einsetzen lassen.[14] Die größten und bekanntesten Social Bookmarking Dienste sind Digg.com, Reddit und StumbleUpon.

Darüber hinaus kann anhand der Häufigkeit, wo oft eine bestimmte Website bei den einzelnen Social Bookmarking Portalen von deren Nutzern gespeichert wurde, sicherlich auch ein Trend abgeleitet werden, ob eine Website beliebt ist. Diese Informationen könnten mit in die Berechnung der Suchmaschinenrankings einfließen.

 Artikel Verzeichnisse, Pressemitteilungen und Wiki-Einträge

Eine weitere Möglichkeit zur Generierung von Verlinkungen auf externen Websites ist das Veröffentlichen von Pressemitteilungen, Artikeln oder Wiki-Einträgen. Diese Herangehensweise kann durchaus als Tausch von Content gegen Backlinks bezeichnet werden. Das Konzept von Artikel Verzeichnissen besteht darin, dass User ihre selbst verfassten Texte zu diversen Themen auf den Artikel-Plattformen veröffentlichen und als „Aufwandsentschädigung“ die Möglichkeit bekommen, innerhalb oder am Ende eines Artikels, auf die eigene Website zu verlinken.

Bei Wiki- und Press Release-Sites kommt das gleiche Prinzip zum Tragen. Auch hier werden Artikel bzw. Beiträge von Usern verfasst und auf den verschiedenen Plattformen veröffentlicht. Eine besondere Stellung haben dabei die Presse-Portale, da diese in den Augen der Suchmaschinen oft über einen höheren Status verfügen, als bspw. Beiträge auf Wiki- und Article-Sites. Einträge bei solchen Portalen erfordern einen höheren Aufwand als es bei Artikelverzeichnissen der Fall ist, da die Einsendung auf bestimmte, redaktionelle Kriterien geprüft werden.[15]

„Hinzu kommt, dass Presseportale – zumindest die seriösen – den Status des Meinungsbildners genießen. […] Es liegt in der Natur von Pressemitteilungen, dass sie in hoher Anzahl an möglichst viele Redaktionen versandt werden. […] Bei Pressemitteilungen können Sie jedoch darauf hoffen, dass Ihre Mitteilung – wenn sie denn tatsächlich etwas Interessantes beinhaltet – auch den Weg in die wirklich interessanten Medien findet.“[16]

Neben den großen überregionalen Verzeichnissen gibt es noch eine Vielzahl von kleineren Verzeichnissen mit regionalem Fokus. Diese können neben dem Generieren von Backlinks, durch eine Eintragung vor allem für die Gewinnung von Neukunden interessant sein. Ein Beispiel für solch ein Verzeichnis ist MeineStadt.de, wo bereits über 12.000 Städte nach Onlineangeboten durchsucht werden können.[17]

Quellen: [1] Vgl.: Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 219; [2] Broschart, 2010, S. 274; [3] Vgl.: Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 219f; [4] Vgl.: Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 219f; [5] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 294f; [6] Vgl.: Winkler, 2008, S. 243; [7] Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 223f; [8] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 19; [9] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 113; [10] Winkler, 2008, S. 244; [11] Vgl.: Winkler, 2008, S. 224f; [12]https://ecom.Yahoo!.com; [13] Erlhofer, 2008, S. 309f; [14] Vgl.: Broschart, 2010, S. 271; [15] Vgl. Broschart, 2010, S. 272; [16] Chung/Klünder, 2007, S. 138; [17] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 143

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.