Hyperlinks halten das Internet zusammen und dienen als seitenübergreifende Verbindungen. Suchmaschinen, allen voran Google, messen Verlinkungen von daher eine sehr hohe Bedeutung bei der Berechnung des Rankings zu.[1] Deshalb sind Backlinks auch im Jahr 2013 „eine der wichtigsten Stellschrauben für ein gutes Ranking.“[2] In der Praxis hat sich herausgestellt, dass besonders jene Websites gut ranken, die Verlinkungen von möglichst verschiedenen Domains mit unterschiedlichen PageRank-Werten aufweisen.[3]

Die in Abbildung 1 ersichtlichen Zahlen „legen nahe, dass der Anteil der NoFollow-Links und der Anteil von Links die ein Stopword enthalten, gleich oder fast stärker korrelieren, als Links, die ein Keyword enthalten. Auch wenn diese Aussage nicht als „signifikant“ bezeichnet werden kann: Diese gute Korrelation für Faktoren, die eine natürlichere Verlinkung vermuten lassen, illustriert den von vielen Suchmaschinenoptimierern vermuteten Trend, dass stumpfe, scheinbar perfekt keywordoptimierte Links, oft nicht mehr effizient sind, sondern eine differenzierte Strategie benötigt wird.“[4]

 ranking-faktoren-links Die Bedeutung von Backlinks für SEO

Abb. 1: Spearman-Korrelation aller Link-Faktoren

Quelle: Searchmetrics GmbH, 2012, S. 15

Aus Abbildung 10 wird ersichtlich, dass mittlerweile nicht mehr nur der Anteil an Keyword-Links/Target-Links für ein hohes Ranking entscheidend ist, sondern auch die von vielen Suchmaschinenoptimiereren gemiedenen NoFollow-Links. Diese wurden in der Vergangenheit deshalb nicht gerne gentuzt, da sie keinen Link-Juice weitergeben. Wahrscheinlich ist genau dies der Grund, warum Google heute NoFollow-Links in einem „natürlichen Linkmix“ „erwartet. Auch ersichtlich wird, dass die Anzahl der Backlinks nach wie vor der mit Abstand wichtigste Faktor bzgl. der OffPage-Optimierung ist.

Eine wesentliche Bedeutung bei Verlinkungen haben die Linktexte. Ist der Link mit einem bestimmten Keyword unterlegt, bedeutet das, „dass der Text, der als Link dient, selber ebenfalls ein Gewicht im Ranking bekommt. Dieser wird aber nicht dem Dokument zugeschrieben, von dem der Link ausgeht, sondern dem Dokument, auf das der Link zeigt.“[5]

Da nicht in allen Fällen (oftmals durch sprachliche Gründe) der Link direkt mit einer bestimmten Keyword-Kombination verknüpft werden kann, sollten die relevanten Begriffe zumindest in der Nähe des Links stehen.[6] Ein Link von einer externen auf die eigene Website ist umso „wertvoller“ für ein positives Ranking, je höher der PageRank der linkgebenden Website ist.[7]

Aber nicht nur der PageRank, sondern auch Backlinks von bestimmten Top-Level Domains werden von den Suchmaschinen vergleichsweise hoch bewertet. Dazu gehören vor allem .edu (Schulen und Bildungseinrichtungen), .gov (Regierungen und öffentliche Verwaltungen) und .mil (militärische Einrichtungen). Der Trust, den die Suchmaschinen solchen Websites zuschreiben, begründet sich in der Tatsache, dass solche Domains nur gegen einen besonderen Nachweis registriert werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Domain, die eine solche Endung besitzt, von einem Spammer registriert wurde und für dessen Machenschaften eingesetzt wird, tendiert damit gegen null.[8]

Sehr wichtig für den „Linkmix“ ist die Link-Diversität, welche sich aus einem möglichst „natürlichen“ Mix von Brand Links, Target-Links und Generic-Links, zusammensetzt. Außerdem scheint das thematische Umfeld der Verlinkung eine Rolle zu spielen. Backlinks die auf die eigene Website zeigen sollten möglichst von einer thematisch verwandten Seite stammen. „Ein Link zu einem thematischen Bruch scheint nicht besonders förderlich.“[9] Zudem bewertet Google auch das Alter eines Links, also wie lange dieser bereits „stabil“ besteht. Je länger der Link existiert, desto mehr Gewichtung bekommt er in der Gesamtbewertung.[10]

backlinks-je-rankingplatz Die Bedeutung von Backlinks für SEO

Abb. 2: Detailansicht der Backlinks je Rankingplatz

Quelle: Searchmetrics GmbH, 2012, S. 16

Abbildung 2 unterstreicht noch einmal was bereits aus Abbildung 1 hervor ging und zeigt auf, dass die Websites, die weiter vorne in Googles Suchergebnissen gelistet sind, im Schnitt mehr Backlinks aufweisen. Insbesondere die Internetseiten auf Position 1 verfügen über ein überdurchschnittlich hohe Anzahl an eingehenden Verlinkungen. Somit zeigt sich, dass die Anzahl der Backlinks immer noch einer der wichtigsten Faktoren für ein hohes Ranking ist.

Außerdem sollte im Rahmen eines natürlichen Linkwachstums stets darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Backlinks auf einmal entstehen. Dies kann besonders dann zum Problem werden, wenn in der Vergangenheit nur wenig bis gar keine neuen Verlinkungen hinzukamen. Das Gleiche gilt für eine hohe Anzahl von Links, die von gleichen Plattformen und Engines stammen. Khan/Hammer vertreten diesbezüglich folgende Meinung: „Sie sollten darauf achten Ihre Links auf verschiedenen Website-Typen zu platzieren. Article Directories, Blog Posts […], Blog Comments und sogar Social Media Websites wie Twitter, Facebook und YouTube stellen dafür gute Optionen dar. Auf diese Weise wird man eine höhere Vielfalt an Backlinks, die von verschiedenen Richtungen kommen, generieren und damit auch großartige Ergebnisse erzielen können.“[11]

Besonders im Bereich der Verlinkungen, können Suchmaschinen aufgrund ihrer gesammelten Daten hunderttausender Websites, Mittelwerte berechnen, die dann Antworten auf z.B. folgende Fragen liefern könnten:

  • Wie viele Verlinkungen bekommt eine Internetseite mit einer Anzahl von 30 – 40 Seiten im Schnitt pro Monat neu dazu?
  • Wie hoch ist die Anzahl der Websites, die einen PageRank von weniger als 2 haben und innerhalb von einem Tag mehr als 5 eingehende Links von Internetseiten mit einem PageRank von 6 dazu bekommen haben?
  • Wie viele Internetseiten die 400 eingehende Verlinkungen aufweisen, haben diese innerhalb von 24 Stunden verdoppeln können?[12]

Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass die Backlinks möglichst nicht von so genannten „Bad Sites“ aus auf die eigene Internetseite verlinken. Auf diesen Sachverhalt weist Fischer seine Leser mit den folgenden Worten hin: „Gibt es zu viele Linkbeziehungen zu solchen „Bad Sites“, fangen die Suchmaschinen an, auch Sie in diesem schlechten Licht zu sehen.“[13] Die Verlinkungen zu und von solchen, bei den Suchmaschinen bereits negativ aufgefallen Internetseiten, können sich aufgrund ihrer „schlechten Nachbarschaft“ negativ auf das eigene Ranking auswirken.[14]

Quellen: [1] Vgl.: Fischer, 2009, S. 333; [2] Searchmetrics GmbH, 2012, S. 15; [3] Vgl.: Fischer, 2009, S. 354f; [4] Searchmetrics GmbH, 2012, S. 15; [5] Alby/Karzaunikat, 2007, S. 28; [6] Vgl.: Fischer, 2009, S. 343; [7]Greifeneder, 2006, S. 80f; [8] Vgl.: Fischer, 2009, S. 337; [9] Broschart, 2010, S. 264f; [10] Fischer, 2009, S. 337; [11]Khan/Hammer, 2012, S. 67; [12] Vgl.: Fischer, 2009, S. 440ff; [13] Fischer, 2009, S. 368; [14] Vgl.: Broschart, 2010, S. 278

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.