Laut Erlhofer geht die Optimierung der internen Verlinkungen allen anderen Optimierungen voraus. Besonders bei Websites mit einer hohen Anzahl an ausgehenden Verlinkungen ist der Einsatz interner Verlinkungen empfehlenswert. Somit kann dem Abfluss von Link-Juice, der durch jede externe Verlinkung entsteht, die nicht mit dem NoFollow-Tag markiert ist, ein Stück weit entgegengewirkt werden. Mit internen Verlinkungen kann der Link-Juice zwischen den einzelnen Seiten einer Internetpräsenz weitergegeben und verteilt werden.

Bezüglich der Bedeutung von internen Verlinkungen schreibt Winkler: „Zwar bewerten Suchmaschinen Links von externen Seiten für das Ranking der Seite deutlich höher als Links, die innerhalb der Webseite von Dokument zu Dokument führen, dennoch ist eine gute interne Verlinkung der beste Grundstein für eine erfolgreiche Platzierung in den Trefferlisten.“[1]

Dabei sollte natürlich auf möglichst themenrelevante Verlinkungen geachtet werden, bei denen im Idealfall Anchor-Texte mir relevanten Keywords zum Einsatz kommen.[2] Broschart gibt diesbezüglich folgende Empfehlung: „Achten Sie bei der Gestaltung des Link-Textes darauf, dass sich dieser mit dem Titel und idealerweise mit einer H1-Überschrift des Zieldokuments deckt. […] Vermeiden Sie nach Möglichkeit also ein nichtssagendes „mehr…“ oder „weiterlesen“. Verzichten Sie ebenfalls darauf, ganze Absätze als Link-Text zu verwenden.“[3] Dies erhöht vor allem die Link-Popularität des intern verlinkten Dokuments, insbesondere dann, wenn der Link-Text korrekt auf den verlinkten Artikel hinweist.[4]

Google empfiehlt die Anzahl der auf einzelnen Seiten vorhandenen Links auf maximal 100 zu begrenzen, da sonst der Verdacht entstehen könnte, es handele sich bei der Website um eine Linkfarm.[5] Alby/Karzauninkat raten ihren Lesern zu der in Abbildung 1 dargestellten Linkstruktur, um nicht nur den Robots der Suchmaschinen eine möglichst gute Indexierung zu ermöglichen, sondern auch dem Besucher die Navigation so einfach wie möglich zu gestalten:

schemantischer-aufbau-seite Die Bedeutung von Internen Verlinkungen im SEO

Abb. 1: Schemantischer Aufbau einer Seite mit den Verlinkungen innerhalb der Site

Quelle: Alby/Karzauninkat, 2007, S. 80

Die in Abbildung 1 dargestellte Linkstruktur lässt sich auf die meisten Themengebiete anwenden und kann je nach Umfang die gesamte Website mit allen thematischen Hauptseiten auflisten. Von den Themen-Hauptseiten (Thema A, Thema B,…) wird zu den zum einzelnen Thema passenden Unterseiten verlinkt. Wird ein identisches Thema auf mehreren, zusammenhängenden Unterseiten verteilt präsentiert, sollte ein schnelles Blättern für den Besucher und auch für die Suchmaschinen-Robots gewährleistet sein.

Dargestellt wird dies durch die Links „Thema B2, Seite 1, Seite 2“, usw. Übersteigt die Seitenzahl der innerhalb eines Themas angelegten Seiten, eine überschaubare Menge, sollte auf Sitemaps zurückgegriffen werden. In Abbildung 8 sind die Verweise zu den Sitemaps im Footer angeordnet. Bei sehr großen Projekten, bei denen die Seitenzahl über 1000 Seiten umfasst, sollten die einzelnen Seiten auf mehrere Sitemaps aufgeteilt werden. Dies hilft den Suchmaschinen, die Informationen in „verdauliche Happen“ aufzuteilen. Klünder weist diesbezüglich darauf hin, „dass kein Weg an einer Sitemap vorbeigeht, wenn Sie wirklich deutlich mehr als 50 Unterseiten haben sollten.“[6] Google, Bing und auch Yahoo! bieten Webmastern zudem die Möglichkeit, eigene Sitemaps hochzuladen. Damit erhoffen sich die Suchmaschinen eine noch größere Abdeckung bei der Indizierung des Internets.[7]

Am rechten Rand befindet sich idealerweise ein Teaser, der auf thematisch verwandte, besonders populäre oder neu publizierte Artikel hinweist. Neben den Verweisen auf die Sitemap befinden sich zudem Verlinkungen auf externe Websites, außerhalb des eigenen Projekts, in Abbildung 8 als Crosslinks bezeichnet.[8] Der Einsatz von externen Verlinkungen im unteren Bereich der Website macht insofern Sinn, da dann weniger vom eigenen Link-Juice auf die verlinkten Seite abfließt (sofern der Link nicht ohnehin als NoFollow-Link gekennzeichnet ist). Denn „je höher die hierarchische Position eines Links zu Ihnen innerhalb einer (fremden) Website, desto besser. Ein Link weiter oben auf einer Seite bringt Ihnen […] mehr, als wenn man Sie von unten, am Ende der Seite anlinkt.“[9] Der umgekehrte Fall gilt natürlich für externe Verlinkungen, die wie beschrieben von der eigenen Website abgehen.

Aus dem Einsatz von internen Verlinkungen geht nicht nur eine bessere Indexierbarkeit der Website für die Robots der Suchmaschinen hervor. Sie dienen gleichzeitig dem Besucher als eine möglichst „logische“ Navigation durch das Webangebot.[10] Ein Problem, das im Zusammenhang mit internen Verlinkungen auftaucht und oft unterschätzt wird, sind Verlinkungen, deren Zielseite nicht oder nicht mehr existiert. Diese werden  auch als Broken Links bezeichnet und deuten in den Augen der Suchmaschinen auf einen Mangel an Qualität der betreffenden Website hin.[11] Deshalb sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden, ob alle auf der Website befindlichen Verlinkungen auch funktionieren.

Quellen: [1] Winkler, 2008, S. 231; [2] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 293f; [3] Broschart, 2010, S. 254; [4] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 255f; [5] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 80f; Alby/Karzauninkat, 2007, S. 77; [6] Chung/Klünder, 2007, S. 87; [7] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 414f; [8] Vgl.: Alby/Karzauninkat, 2007, S. 80f; [9] Fischer, 2009, S. 338; [10] Vgl.: Greifeneder, 2006, S. 79f; [11] Vgl.: Broschart, 2010, S. 274

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.