Google wird aufgrund seiner hohen Marktmacht nicht nur in den Medien, sondern auch von Websitebetreibern und Suchmaschinenoptimierern immer wieder kritisiert. Diese Kritik rührt vor allem daher, dass Google seine Bewertungsmechanismen von Internetseiten ständig anpasst und aktualisiert. Veränderungen am Bewertungsalgorithmus gehören dabei zu den gefürchtetsten Updates und können zur Folge haben, dass die lange Zeit auf den vorderen Plätzen präsent gewesenen Internetseiten über Nacht schlagartig abrutschen oder sogar von der ersten Ergebnisseite verschwinden. Das Resultat einer solchen Verschlechterung sind dann meist starke Besucher- und damit natürlich auch Umsatzeinbrüche.[1]

Konkret zählen zu Googles Updates die inhaltlichen Updates, die gleichzeitig die häufigste Form der Anpassungen darstellen und hauptsächlich Aktualisierungen und Erweiterungen der Seiten im Index beinhalten, sowie Pagerank-Updates, die etwa einmal pro Monat durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es die Backlink-Updates, bei denen jede indexierte Website auf Veränderungen der Linkstruktur überprüft wird und die Verzeichnis-Updates, bei denen im Schnitt alle vier Wochen Daten aus dem Open Directory Project entnommen und mit den eigenen Indexdaten ergänzt werden. Die umfangreichsten und oft mit den stärksten Auswirkungen verbundenen Änderungen sind die Algorithmus-Updates.

Nach Googles eigenem Bekunden fließen mehr als 100 Kriterien in die Relevanzberechnung einer Website mit ein. Diese Variablen werden in unregelmäßigen Abständen verändert, um die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern.[2] „Jedes Jahr ändert Google seine Suchalgorithmen zwischen 500 - 600 Mal. Während die Mehrzahl dieser Änderungen gering sind, werden alle paar Monate große algorithmische Updates durchgeführt, die die Suchergebnisse in besonderem Maße beeinflussen.“[3]

Die Website SEOMOZ listete am 17. Mai 2013 insgesamt 99 Google Algorithmus Updates, beginnend mit der Einführung der Google Toolbar im Dezember 2000 und aktuell endend mit dem Panda #25 Update vom 14. März 2013.[4] Das in mehreren Schritten eingeführte Panda-Update ist neben dem im Jahr 2012 implementierten Penguin-Update die bisher umfangreichste Algorithmusänderung und führte bei sehr vielen Keyword-Kombinationen zu einem Wechsel in den Top Positionen der Suchergebnisse.[5]

Interessant ist, dass „die Seiten, die vom Google Panda Update profitiert haben, alle Websites sind, die eine niedrige Bounce Rate haben und gute User Behavior Statistiken aufweisen. Mit anderen Worten handelt es sich um Websites, deren Besucher […] Links klicken, Dateien herunterladen, E-Mail Opt-In-Masken ausfüllen und Videos und andere mediale Inhalte betrachteten. Solche Internetseiten werden mit hohen Positionen in den Suchergebnissen belohnt.“[6]

Die Namensgebung der einzelnen Algorithmus-Updates erfolgt dabei ebenso wenig offiziell wie die Bekanntgabe neuer Updates durch Google. Für den Großteil der Namen ist der Administrator des Forums webmasterword.com verantwortlich. Anfang 2006 hat der Google Mitarbeiter Matt Cutts erstmalig ein Update auf den Namen „Big Daddy“ getauft.[7]

Quellen: [1] Vgl.: Alby/Karzauninkat, 2007, S. 33; [2] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 398f; [3] http://www.seomoz.org (A); [4] Vgl.: http://www.seomoz.org (B); [5] Vgl.: http://www.youtube.com (A); [6] Berkenbosch, 2012, S. 8; [7] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 399

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.