Nachdem im vorherigen Teil der Serie OffPage-Black-Hat-Optimierung im SEO bereits auf einige bekannte Ansätze des Black-Hat-SEOs eingegangen wurde, sollen nun weitere, in der Vergangenheit häufig genutzte Techniken, das Gesamtbild abrunden.

Google Bowling

GoogleBowling, oder Competitor Outranking kann als das absichtliche „Herauskegeln“ von unliebsamen Wettbewerbern aus dem Suchmaschinenindex bezeichnet werden. Denn genau wie eine Website bei einer Suchmaschine im Ranking steigen kann, kann sie auch fallen. Ansätze um dies zu bewerkstelligen sind bspw. das massenhafte Platzieren von Backlinks mit von den Suchmaschinen als „Poison Words“ (siehe Gliederungspunkt 4.2.1.1) eingestuften Begriffen wie „buy Viagra“ oder ähnlichem. Zu beachten ist, dass solch eine Maßnahme auch schnell ihr Ziel verfehlen und ins Gegenteil umschlagen kann.[1]

In der Vergangenheit wurde diese Methode vor allem in den USA eingesetzt, um politische Gegner lächerlich zu machen. Gab man im Jahr 2003 den Suchbegriff „miserable failure“ bei der Google-Suche ein, wurde als erstes Ergebnis auf einen biografischen Text von George W. Bush verwiesen.[2]

Link-Pyramiden und Link-Wheels

Bei diesen beiden Begriffen handelt es sich um Methoden, welche die in den vorangegangenen Gliederungspunkten beschriebenen Maßnahmen zur Backlink-Generierung in sich vereinen und damit als eine Art Multiplikator der durchgeführten Aktionen wirken.

Die Idee der Linkpyramide ist es, einige tausend Verlinkungen auf einige hundert Verlinkungen zu leiten, welche dann auf mehrere Dutzend Verlinkungen zielen. Diese wiederum verlinken alle auf eine einzelne zu optimierende Website. Die einzelnen Stufen der Verlinkungen werden in so genannte Tiers (Stufen) eingeteilt. Diese sind dadurch charakterisiert, dass der Link-Juice umso stärker wird,  je mehr sich die Stufen der Zielseite annähern. Der Link-Juice fließt vom Boden der Pyramide, immer konzentrierter gebündelt an deren Spitze.[3] Abbildung 14 soll dieses Vorgehen verdeutlichen:

aufbau-link-pyramide OffPage-Black-Hat-Optimierung im SEO – Teil 3

Abb. 14: Beispielhafter Aufbau einer Link-Pyramide

Quelle: http://monthlylinks.com/blog/how-a-link-pyramid-can-help-you-in-a-post-penguin-world/

Neben dem Ansatz der Link-Pyramide, gibt es noch das so genannte Link-Wheel. Klassischerweise kommen bei einem Link-Wheel Web 2.0 und Social Media Seiten zum Einsatz, auf denen Profile angelegt und/oder Content in Form von Texten veröffentlicht wird.[4] Die Besonderheit hierbei ist die Verlinkung aller Backlink gebenden Seiten untereinander, bei gleichzeitigem Verweis auf die Zielseite. Auf jeder der verlinkenden Seiten werden also mindestens 2 Links platziert. Abbildung 15 stellt dieses Vorgehen, bei dem die zu optimierende Website in der Mitte steht, grafisch dar:

link-wheel OffPage-Black-Hat-Optimierung im SEO – Teil 3

Abb. 15: Beispielhafter Aufbau eines Link-Wheels

Quelle: http://www.seotick.com/Linkbuilding-services/seo-link-wheel-service

Out-of-Date-Techniken und -Methoden

Abschließend zum Thema OffPage-Blag-Hat-Optimierung sollen zwei der bekanntesten Ansätze zur Black-Hat-Backlink-Generierung vorgestellt werden, die heute nicht mehr oder nur noch selten zum Einsatz kommen. Die Gründe dafür liegen entweder in ihrer geringen Wirkung oder an der Tatsache, dass sie aufgrund der Algorithmus-Anpassungen der Suchmaschinen heute schnell als Betrugsversuch identifiziert werden würden.

Automatisierte Kommentare

Die in Gliederungspunkt 5.2.5 beschriebene Erstellung von Backlinks, mit Hilfe von Blog- oder Gästebuchkommentaren ist ein beliebtes Mittel von Black-Hat-Optimierern um möglichst schnell, möglichst viele Links zu generieren. Zudem ist dieses Verfahren vom Aufwand her auch sehr anspruchslos, da lediglich Listen mit Blog-URLs, mit Namen, mit E-Mailadressen, sowie vorgefertigte Kommentare benötigt werden. Ziele sind i.d.R. die Blogs, die die heute am häufigsten verwendeten Blog-Enginens WordPress, BlogEngine und Movable Type nutzen. Programme wie Scrapebox (97 $/einmalig) und XRumor (650 $/einmalig + 10 $ monatlich) sind in der Lage, automatisiert mehrere dutzend Blog-Kommentare pro Minute zu erstellen.

Neben Blog-Comments gibt es die Möglichkeit, Kommentare bei Photo Communities wie beispielsweise Flickr oder auf Videoseiten wie Youtube zu hinterlassen. Diese Kommentar-Felder werden von „Spammern“ gerne dazu genutzt, einen Backlink zur eigenen Website zu hinterlassen. Da die meisten Suchmaschinen Links, die aus Kommentaren oder Gästebüchern hervor gehen, nicht mehr besonders stark gewichten, wird hier ganz klar auf Masse gesetzt, um den gewünschten Effekt zu erzielen.[5] Auch Khan/Hammer sind der Ansicht, dass Backlinks, die von den beschriebenen Plattformen kommen, von extrem niedriger Qualität sind. Darüber hinaus sind sie der Meinung, dass selbst das Platzieren von tausenden Backlinks in Blogs oder Gästebüchern kaum einen Effekt auf das Ranking bei den Suchmaschinen hat.

Sie raten allerdings dazu, Blog-Comments im Rahmen von Linkwheels und Link-Pyramiden (siehe Gliederungspunkt 5.3.1.8) auf Web 2.0 Seiten zu verlinken, auf denen dann wiederum eine Verlinkung zur eigentlich zu optimierenden Website zu finden ist. Auch sollte möglichst vermieden werden, direkt von Kommentaren aus auf die zu optimierende Website zu verlinken, besonders da

Linkfarmen

Als ein frühes Mittel zur künstlichen Erhöhung der Linkpopularität, galten so genannte Linkfarmen. Eine solche Website bestand zum größten Teil aus Verlinkungen mit Anchor-Texten und bot dem Besucher i.d.R. keinerlei brauchbare Informationen. Damit können Verlinkungen, die von solchen Internetseiten stammen, ganz klar der Black-Hat-Optimierung zugerechnet werden.[6]

Seit einigen Jahren können Suchmaschinen solche Linkfarmen relativ einfach erkennen, indem sie bspw. das Verhältnis von Verlinkungen zum übrigen Text berechnen. Wie bereits in Gliederungspunkt 5.1.1 beschrieben, können Verlinkungen, die aus einer Bad- Neighborhood stammen, das eigene Ranking negativ beeinflussen. Aus genau diesem Grund werden Linkfarmen heute nicht mehr für das Backlinkbuilding verwendet.

Quellen: [1] Vgl.: Winkler, 2008, S. 275; [2] Vgl.: Broschart, 2010, S. 279; [3] Vgl.: Khan/Hammer, 2012, S. 70f; [4] Vgl.: http://www.seotick.com; [5] Vgl.: Winkler, 2008, S. 272; Broschart, 2010, S. 280; [6] Vgl.: Alby/Karzauninkat, 2007, S.27

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.