PageRank

Der PageRank ist eines von Googles ältesten Verfahren zur Bewertung von Websites und hat mit den Jahren immer mehr an Bedeutung abgenommen.[1] „Google musste feststellen, dass auch dieses als relativ objektiv geltende Kriterium in immer effektiverem Stil manipuliert werden konnte. […] Es ist also durchaus möglich, dass Websites mit einem geringeren PageRank wesentlich bessere Platzierungen erreichen, als die mit einem höheren.“[2] Das Original-Patent des PageRank-Verfahrens trägt den Titel „The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine”[3]. Der PageRank bewertet nicht die Inhalte einer Internetseite, sondern die Beziehungen, die Websites zueinander haben. Dieser Wert wird nach außen sichtbar mit einer Zahl zwischen 0 bis 10 bzw. mit der Angaben N/A ausgedrückt.[4]

Da der PageRank von Website zu Webiste weiter gereicht wird, bönigte man statistisch gesehen für einen PageRank von 7 insgesamt 555 Verlinkungen von Websites, die selber einen PageRank von 5 besitzen. Würde man hingegen 19 Links von Websites mit einem PageRank von 7 erhalten, würde sich der eigene Wert dadurch auch auf 7 erhöhen. Es zeigt sich, dass ein Link von einer PageRank-starken Website mehr PageRank vererbt, als ein Link von einer PageRank-schwachen Seite.[5] Der PageRank-Wert einer Link-gebenden Website geht, dank eines mathematischen Dämpfers, nicht komplett auf die verlinkte Internetseite über. Außerdem wird umso weniger PageRank „vererbt“, umso mehr Links von einer linkgebenden Seite abgehen.[6]

Neben dem PageRank gibt es noch einen so genannten BadRank, der als eine Art Negativkriterium anzusehen ist. Vergeben wird der BadRank laut Vermutungen an Websites, die versuchen, sich mit möglichst vielen Verlinkungen einen hohen PageRank zu „erarbeiten“. Genau wie auch beim PageRank, kann der BadRank auf eine verlinkte Internetseite abfärben.[7]

TrustRank

Ähnlich wie beim PageRank funktioniert auch die Vererbung von Vertrauen beim so genannten TrustRank. Entwickelt wurde diese Technologie durch eine Kooperation von Stanford-Wissenschaftlern und -Mitarbeitern. Das Patent darauf hat Google im Jahr 2005 angemeldet.[8] Das Prinzip des PageRank findet darin in umgekehrter Form seine Anwendung.

Während beim PageRank viele kleine Seiten mit ihren Verlinkungen eine andere Seite „groß“ machen, verleihen wenige große Websites mit hohem TrustRank anderen Internetseiten durch einen Link Vertrauen. Diese Internetseiten verleihen wiederum anderen Websites, auf die Sie verlinken, einen Teil des geerbten Vertrauens.

Im Gegensatz zum PageRank, der sich auf einzelne Seiten einer Website bezieht, gilt der TrustRank stets für die gesamte Domain.[9] „Seiten mit einem höheren TrustRank haben es oftmals leichter, die vorderen Plätze in den Trefferlisten zu erreichen.“[10] Die Annahme dahinter ist, dass vertrauenswürdige Internetseiten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf Spam-Sites oder Internetseiten mit minderwertiger Qualität verlinken. Über die Vererbung einer solchen Reputation kann also die Qualität der Suchergebnisse effizient gesteigert werden.[11]

Popularitäten

Die im Folgenden beschriebenen „Popularitäten“ geben Auskunft über die Verlinkungen, die auf eine einzige Website zielen. Für jede im Internet bestehende Domain können diese Werte berechnet werden. Alle beschriebenen Werte sind, wie Abbildung 1 zeigt, Teilmengen voneinander.[12]

seo-popularitaeten Trust Rank, Page Rank und Popularitäten

Abb. 1: Die Relation zwischen Link-, Domain-, und IP-Popularität

Quelle: Klünder, 2007, S. 209

Link-Popularität

Ein weiterer Wert, der im Vergleich zum PageRank keinen offiziellen Charakter besitzt, ist die Link-Popularität. Dieser wird anhand der Links ermittelt, die auf eine Website zeigen. „Gewichtet werden hierbei die Anzahl externer Links (Links von anderen Webseiten), interner Links (Links von Dokumenten innerhalb der gleichen Webseite) und die Qualität der Links.“[13]

„Allgemein wird angenommen, dass die Linkpopularität heutzutage einer der entscheidenden Faktoren für das Ranking einer Webseite ist und daher den Links besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.“[14] Ein einziger Link, etwa von einer Website mit einem hohen PageRank von 8 oder 9, könnte theoretisch zur Aufwertung der eigenen Linkpopularität ausreichen. Nicht nur das Ranking wird von der Linkpopularität beeinflusst, sondern auch die Crawltiefe einer Website durch die Suchmaschinenroboter.[15] „Bei Analysen zeigte sich, dass Seiten mit einer hohen Linkpopularität auch dann häufiger gecrawled werden, wenn ihre Aktualisierungsfrequenz nicht so hoch ist.“[16]

Alle großen Suchmaschinen ziehen die Link-Popularity in die Relevanzberechnung eines Dokuments mit ein. Dabei werden die Backlinks, die auf das jeweilige Dokument verlinken, gezählt und gewichtet.[17] „Einfluss auf die Gewichtung eines Backlinks hat jedoch auch die Anzahl der Verweise, die von dem verlinkten Dokument ausgehen. Bei der Vererbung der Link Popularität gilt, dass diese zwischen allen ausgehenden Verweisen aufgestellt wird. So kann z.B. eine Site, die zehn Dokumente verlinkt, an jedes einzelne Dokument weniger Link Popularität weitergeben als eine Site, die nur ein Dokument verlinkt. Das Gewicht eines Backlinks ist also umso höher, desto weniger Verweise von der verlinkten Website ausgehen.“[18]

Auch Erlhofer ist sich der Bedeutung der Link-Popularity bewusst und schreibt: „Ein wesentlicher Bereich, der nur schwer durch eigenes Zutun optimiert werden kann, ist die Link-Polpularity. […] Das Ziel der Bemühungen ist es, möglichst gewinnbringende Links auf die eigenen Seiten zu erzielen, um die eigene Link-Popularity zu erhöhen und sich somit weiter oben in den Ergebnislisten zu positionieren.“[19]

 Domain-Popularität

Für den Fall, dass mehrere Links von einer Website zu einem anderen Onlineangebot verlinken, wurde zur Verfeinerung der Link-Popularität, die Domain-Popularität eingeführt. Sie verhindert eine Mehrfachzählung von Links der gleichen Ursprungsdomain und gibt Auskunft darüber, von wie vielen Domains auf eine Website verwiesen wird.[20] Dabei werden mehrere Verlinkungen von einer identischen Domain für die Berechnung der Domain-Popularität nur einmal gezählt.[21]

IP-Popularität

Um zu unterbinden, dass auf einem Server mehrere Domains/Websites gehostet werden, die dann anschließend alle auf eine bestimmte Zieldomain verlinken, um somit möglichst viel Link-Juice von vielen verschiedenen Domains zu generieren, wurde die IP-Popularität eingeführt. [22] „Hier wird jeder Link von einem Server, und damit von einer IP, nur ein einziges Mal gezählt.“[23] Stammen besonders viele Verlinkungen von IP-Adressen mit dem gleichen C-Block, was der dritten und damit vorletzten Zahl in der IP-Adresse entspricht, kommen die Links mit hoher Wahrscheinlichkeit vom selben Provider und vielleicht sogar vom gleichen Server und damit womöglich auch vom gleichen Webmaster.[24]

Klick-Popularität

Umso mehr Personen eine in den Suchergebnissen angezeigte Website anklicken, umso höher fällt auch die Klick-Popularität aus. Häufig angeklickte Internetseiten werden dann bei der nächsten, gleichartigen Suchanfrage bevorzugt in den Suchergebnissen platziert.[25]

Bounce Rate

Die Bounce Rateoder zu Deutsch „Absprungrate“, beschreibt den Anteil der Websitebesucher, die nur eine einzelne Seite aufrufen, sich also nicht tiefer in Website hinein klicken und/oder die Website nach nur wenigen Sekunden wieder verlassen.[26] Kaushik geht davon aus, dass Besucher einer Website, die nicht länger als 5 bis 10 Sekunden auf dieser verweilen, die Bounce Rate in die Höhe treiben und damit negativ beeinflussen.[27] Aden gibt an, dass eine Bounce Rate von 50% und mehr einer genaueren Betrachtung bedarf, da hier sicherlich Optimierungspotential des Internetauftritts vorliegt.[28]

Quellen: [1] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 207f; [2] Vgl.: Broschart, 2010, S. 264; [3] http://infolab.stanford.edu; [4] Vgl.: Fischer, 2009, S. 343; [5] Vgl.: Fischer, 2009, S. 343ff; [6] Vgl.: Fischer, 2009, S. 343; [7] Vgl.: Winkler, 2008, S. 176; [8] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 412ff; [9] Vgl.: Fischer, 2009, S. 404f; [10] Winkler, 2008, S. 177; [11] Vgl.: Erlhofer, 2008, S. 412ff; [12] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 209; [13] Winkler, 2008, S. 177; [14] Winkler, 2008, S. 177; [15] Vgl.: Alby/Karzaunikat, 2007, S. 26f; [16]Alby/Karzaunikat, 2007, S. 27; [17] Vgl.: Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 217f; [18] Bischopinck/Ceyp, 2009, S. 218; [19] Erlhofer, 2008, S. 293; [20] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 209; Fischer, 2009, S. 431; [21] Vgl.: Winkler, 2008, S. 177f; [22] Vgl.: Winkler, 2008, S. 177f; [23] Chung/Klünder, 2007, S. 209; [24] Vgl.: Fischer, 2009, S. 431; [25] Vgl.: Chung/Klünder, 2007, S. 209f; [26] Vgl.: http://www.webanalyticsassociation.org; [27] Kaushik, 2007, S. 168 - 170; [28] Aden, 2009, S. 192

Wichtige Information: Die in diesem Artikel veröffentlichten Angaben sind Auszüge aus meiner am 15. Juli 2013 vorgelegten Master Thesis zum Thema: “Experiment zur Untersuchung des Zusammenspiels zwischen White-Hat- und Black-Hat-Methoden bei der Suchmaschinenoptimierung“. In einem sich extrem schnell wandelnden Bereich wie dem Online Marketing könnten einige der gemachten Angaben mittlerweile “outdated” sein!

Author: Mark Etting

Mark Etting studierte Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement, arbeitete als SEO Consultant in verschiedenen Online Marketing Agenturen und als Inhouse SEO. Seit 2015 arbeitet er als SEO Freelancer für nationale und internationale Kunden.